Suche
Go


Go

Kontakt | Sitemap | Impressum |

Gutenberg 2000

Johannes Gutenberg

Man of the Millenium

Im Jahr 2000 feierte die Stadt Mainz ihren großen Sohn Johannes Gutenberg, den Helden des Romans Das wahre Lied vom Werk der Bücher. In diesem Zusammenhang entstand eine umfangreiche Website Gutenberg 2000, die ich dem am Thema Interessierten nur ans Herz legen kann.

Gern hätte ich das Autorenprojekt im Rahmen dieses Gedenkjahres zum 600. Geburtstag des Erfinders der Buchdruckerkunst veröffentlicht. Bereits 1999 stand das Konzept in den wesentlichen Grundzügen. Wer nachvollziehen will, warum zwei Jahre bis zur tatsächlichen Veröffentlichung ins Land gingen, findet in der Werkstatt und speziell im Tagebuch vielleicht die Antwort.

Wie Gutenberg bin auch ich in Mainz geboren und habe ungezählte Male vor dem imposanten Denkmal auf dem Theaterplatz gestanden. Doch stärker beeindruckt hat mich die eher unscheinbare Büste vor dem Gutenberg-Museum. Dieses oben wiedergegebene Kunstwerk zeigt den nachdenklichen gesammelten Erfinder, der nicht nach dem Ruhm der Nachwelt strebt, sondern seine Aufgabe, sein Ziel vor Augen hat, das er mit Ausdauer und Beharrlichkeit verfolgt, der nicht vor den unendlichen Schwierigkeiten kapituliert, und der auch im Scheitern seine Würde bewahrt.

So sehr ich Gutenberg bewundere, nach langen und intensiven Auseinandersetzungen mit der Zeit und den Personen hat sich bei mir die Überzeugung gefestigt, dass ein anderer den Titel "Mann des Jahrtausends" verdient hätte: Nikolaus von Kues. Während aus wenigen Urkunden, die von Johannes Gutenberg Zeugnis geben, ein umfassendes Bild von ihm geschaffen und überliefert wurde, hat die Fülle des Materials, das über den Philosophen und Kardinal erhalten geblieben ist, in Bibliotheken und Archiven ein fast unbeachtetes Dasein gefristet, erst in neuerer Zeit ist er wiederentdeckt worden. Doch die wirklich großen Leistungen dieses Mannes liegen jenseits der aktenkundigen Zeugnisse.

Die Figur des Cusanus, wie sie sich im Roman darstellt - oder darstellen wird -, ist zwar meine Fiktion, aber ich würde es eher Intuition nennen. Wenn meine Intuition stimmt - und es gibt zahlreiche Belege in dieser Richtung -, dann hat er die Leistungen von mindestens vier der Kandidaten auf den Titel "Man of the Millenium" entweder gefördert, vorbereitet oder gar vorweggenommen: Johannes Gutenberg, Christoph Kolumbus, Martin Luther und Nikolaus Kopernikus. Den Wert des Buchdrucks hat er als einer der ersten erkannt und Gutenberg tatkräftig gefördert. Als Kosmograph und Kartograph stand er in engem Austausch mit Paolo dal Pozzo Toscanelli, der Kolumbus entscheidende Anregungen gab. Als Kirchenmann kämpfte er um die als notwendig erkannte Reform der Kirche, sein Scheitern machte Luther möglich und notwendig. Als Astronom entdeckte er die Pythagoräer wieder, behauptete mit ihnen, dass die Erde sich bewegt, über seinen Einfluss auf Peuerbach wirkte er über Regiomonatus bis zu Nikolaus Kopernikus.(Nachtrag 2008: Jetzt habe ich sogar einen Aufsatz gefunden, in dem der Einfluss des Cusanus auch auf Leonardo DaVinci behandelt wird.)